Kurz gesagt:
- Die Keyword-Recherche auf Amazon basiert auf echten Verkaufsdaten, um Conversion-optimierte Suchbegriffe zu identifizieren. Ein strukturierter Prozess umfasst die Analyse von Search Term Reports, Autocomplete-Vorschlägen und Wettbewerber-Keywords. Regelmäßige Auswertung und Negativ-Keyword-Management sind entscheidend für erfolgreiche Kampagnen.
Keyword Recherche auf Amazon ist der Prozess, bei dem Verkäufer Suchbegriffe mit Kaufabsicht ermitteln, die direkt zu höheren Conversion-Raten führen. Anders als bei Google SEO bewertet Amazons Algorithmus COSMO und RUFUS nicht nur Klicks, sondern vor allem Conversion-Performance und Verkäufe. Ein Keyword ohne Verkäufe verliert schnell an Sichtbarkeit. Wer die Keyword-Recherche für Amazon-Produkte wie klassische Suchmaschinenoptimierung betreibt, verschenkt Budget und Ranking-Potenzial. Echte Datenquellen wie der Search Term Report und Amazon Brand Analytics liefern hier den entscheidenden Vorsprung.
Wie funktioniert die Keyword Recherche auf Amazon?
Ein strukturierter Prozess beginnt mit einer Seed-Keyword-Liste. Das sind die grundlegenden Begriffe, die Ihr Produkt am direktesten beschreiben, zum Beispiel „Edelstahlpfanne 28 cm" oder „Laufschuhe Herren breit". Von dort aus baut sich die gesamte Recherche auf.
Der Prozess in fünf Schritten:
- Seed-Keywords definieren: Notieren Sie 5–10 Kernbegriffe, die Ihr Produkt aus Kundensicht beschreiben. Denken Sie dabei an Anwendungsfall, Material, Zielgruppe und Größe.
- Amazon Autocomplete auswerten: Geben Sie jeden Seed-Begriff in die Amazon-Suchleiste ein und notieren Sie alle Vorschläge. Diese Vorschläge basieren auf echten Suchanfragen und liefern Long-Tail-Keywords mit klarer Kaufabsicht.
- Search Term Report analysieren: Laden Sie den Bericht aus Ihrem Seller Central herunter. Er zeigt, welche Suchbegriffe tatsächlich zu Klicks und Käufen geführt haben. Das ist Ihre wertvollste Datenquelle.
- Reverse-ASIN-Analyse durchführen: Identifizieren Sie die Top-Wettbewerber in Ihrer Kategorie und analysieren Sie deren Keyword-Profil. Reverse-ASIN-Analyse deckt Keywords auf, für die Konkurrenten ranken, Sie aber noch nicht.
- Fortlaufend auswerten und anpassen: Wöchentliche Auswertung der PPC-Daten eliminiert Budget-Fresser und identifiziert neue profitable Begriffe. Keyword Recherche ist kein einmaliges Projekt.
Profi-Tipp: Starten Sie die Reverse-ASIN-Analyse nicht mit dem Marktführer, sondern mit dem Produkt auf Platz 3 oder 4. Diese Verkäufer haben oft ein ähnliches Budget wie Sie und nutzen Keywords, die realistisch erreichbar sind.
Welche Tools und Datenquellen sind für die Keyword Recherche am besten?

Die Kombination mehrerer Datenquellen liefert die beste Sicht auf das tatsächliche Suchverhalten Ihrer Kunden. Kein einzelnes Tool ersetzt echte Verkaufsdaten.
Die wichtigsten Quellen im Überblick:
- Search Term Report: Die primäre Quelle für echte Kaufdaten aus Ihren eigenen Kampagnen. Zeigt, welche Suchbegriffe zu Impressionen, Klicks und Conversions geführt haben. Direkt im Seller Central unter „Berichte" verfügbar.
- Amazon Brand Analytics: Für markenregistrierte Verkäufer eine untergenutzte, aber wertvolle Datenquelle für reale Suchbegriffe und deren Suchfrequenz-Rang. Zeigt auch, welche ASINs bei bestimmten Keywords am häufigsten geklickt werden. Mehr dazu erklärt der Amaven-Artikel zu Brand Analytics für Markeninhaber.
- Amazon Autocomplete: Kostenlos und direkt im Marktplatz verfügbar. Liefert aktuelle Suchvorschläge ohne Umweg über externe Tools.
- Keyword- und Reverse-ASIN-Tools: Spezialisierte Drittanbieter-Tools ergänzen die Amazon-eigenen Daten um historische Suchvolumina und Wettbewerbsanalysen. Sie sind nützlich, aber kein Ersatz für den Search Term Report.
| Datenquelle | Stärke | Einschränkung |
|---|---|---|
| Search Term Report | Echte Kaufdaten aus eigenen Kampagnen | Nur für beworbene Keywords verfügbar |
| Brand Analytics | Marktweite Suchfrequenz-Daten | Nur für Markenregistrierte |
| Amazon Autocomplete | Kostenlos, aktuell, marktplatznah | Kein Suchvolumen sichtbar |
| Drittanbieter-Tools | Historische Daten, Wettbewerbsvergleich | Schätzwerte, nicht immer präzise |
Profi-Tipp: Nutzen Sie Brand Analytics gezielt für die Analyse des Suchfrequenz-Rangs. Ein Begriff mit Rang 50.000 hat deutlich mehr Potenzial als einer mit Rang 500.000, auch wenn beide ähnlich klingen.

Wie priorisiere ich Keywords für maximale Conversion?
Relevanz schlägt Suchvolumen. Ein Keyword mit hohem Suchvolumen, aber geringer Conversion, schadet dem Amazon-Ranking, weil der Algorithmus auf tatsächliche Verkäufe reagiert und nicht auf Klicks allein. Conversion-Raten über 10 % gelten als exzellent. Liegt Ihre Rate unter 2 %, ist das ein klares Signal, dass das Keyword nicht zur Kaufabsicht Ihrer Zielgruppe passt.
Kriterien für die Keyword-Priorisierung:
- Kaufabsicht prüfen: Long-Tail-Keywords wie „Edelstahlpfanne induktionsgeeignet 28 cm" zeigen eine konkrete Kaufabsicht. Generische Begriffe wie „Pfanne" haben zwar hohes Volumen, aber breite Streuung und schlechten ACoS.
- ACoS als Entscheidungsgrundlage: Kombinieren Sie organische Ranking-Daten mit PPC-Ergebnissen. Keywords mit niedrigem ACoS und stabilen Conversions sind Ihre Gewinner.
- Negative Keywords konsequent einsetzen: Suchbegriffe mit mehr als 20 Klicks und keiner Conversion sollten als Negative Exact Match ausgeschlossen werden. Das schützt Ihr Budget.
- Keyword-Isolation anwenden: Profitable Keywords aus automatischen Kampagnen werden in eigene manuelle Kampagnen mit Exact Match übernommen. So behalten Sie die volle Kontrolle über Gebot und Sichtbarkeit.
Long-Tail-Keywords führen zu niedrigeren Klickpreisen, höheren Conversion-Raten und besserem ACoS. Das macht sie besonders attraktiv für Verkäufer mit begrenztem Werbebudget.
Profi-Tipp: Erstellen Sie eine einfache Tabelle in Excel oder Google Sheets mit den Spalten Suchbegriff, Klicks, Conversions, ACoS und Entscheidung. Diese Übersicht macht Priorisierungsentscheidungen in Minuten statt Stunden möglich.
Welche Fehler sollten Sie bei der Keyword Recherche vermeiden?
Der häufigste Fehler ist die Fixierung auf Suchvolumen. Viele Verkäufer scheitern, weil sie Keyword Recherche wie Google SEO betreiben, statt auf Amazon-Conversions zu fokussieren. Amazon ist ein Kaufkanal, kein Informationskanal.
Typische Fehler und ihre Konsequenzen:
- Suchvolumen über Kaufpotenzial stellen: Ein Begriff mit 100.000 monatlichen Suchanfragen bringt nichts, wenn die Conversion-Rate bei 0,5 % liegt. Das Ranking leidet, das Budget schmilzt.
- Search Term Report ignorieren: Wer diesen Bericht nicht wöchentlich auswertet, fährt blind. Echte Kaufdaten aus eigenen Kampagnen sind durch kein externes Tool ersetzbar.
- Listing mit unverwandten Keywords überladen: Keyword-Stuffing im Backend oder Titel schadet der Conversion und damit dem Ranking. Amazon erkennt Irrelevanz über das Kaufverhalten der Kunden.
- Negative Keywords vernachlässigen: Ohne aktives Negativ-Keyword-Management fließt Budget in Suchbegriffe, die nie konvertieren. Das ist einer der häufigsten Kostentreiber in PPC-Kampagnen.
- Einmalige Recherche statt laufendem Prozess: Suchverhalten ändert sich, Wettbewerber passen ihre Listings an, Saisonalität spielt eine Rolle. Wer die Recherche nur einmal macht, verliert über Zeit an Sichtbarkeit.
Profi-Tipp: Überprüfen Sie Ihr Listing einmal pro Quartal auf Keywords, die Sie im Titel oder in den Bullet Points führen, aber in Ihrem Search Term Report keine Conversions erzeugen. Diese Begriffe kosten organisches Ranking-Potenzial.
Wie sieht ein wöchentlicher Workflow zur Keyword-Optimierung aus?
Regelmäßigkeit ist der Unterschied zwischen Verkäufern, die wachsen, und solchen, die stagnieren. Ein strukturierter Wochenrhythmus hält Kampagnen profitabel und Listings aktuell.
Wöchentlicher Optimierungsablauf:
- Search Term Report herunterladen: Laden Sie den Bericht für den Zeitraum der letzten 7–14 Tage aus Seller Central herunter. Filtern Sie nach Kampagnentyp und Zeitraum.
- Nach Profitabilität kategorisieren: Sortieren Sie alle Suchbegriffe nach ACoS. Begriffe unter Ihrem Ziel-ACoS sind Gewinner. Begriffe mit mehr als 20 Klicks ohne Conversion sind Kandidaten für den Ausschluss.
- Negative Keywords setzen: Fügen Sie nicht-konvertierende Begriffe als Negative Exact Match in die jeweiligen Kampagnen ein. Das erhöht die Kampagnenprofitabilität direkt.
- Gewinner-Keywords isolieren: Profitable Suchbegriffe aus automatischen Kampagnen werden in eine eigene manuelle Kampagne mit Exact Match übernommen. Konsistente Gewinner-Keywords erhalten so ein dediziertes Gebot und volle Kontrolle.
- Listing und Backend aktualisieren: Prüfen Sie, ob neue Gewinner-Keywords im Titel, in den Bullet Points oder im Backend-Suchbegrifffeld fehlen. Ergänzen Sie diese gezielt.
| Aufgabe | Zeitaufwand | Werkzeug |
|---|---|---|
| Search Term Report herunterladen | 5 Minuten | Seller Central |
| ACoS-Analyse und Kategorisierung | 20 Minuten | Excel / Google Sheets |
| Negative Keywords setzen | 10 Minuten | Seller Central / Kampagnenmanager |
| Gewinner-Keywords isolieren | 15 Minuten | Seller Central |
| Listing-Update prüfen | 10 Minuten | Seller Central / Listing-Editor |
Dieser Workflow dauert insgesamt etwa 60 Minuten pro Woche. Für Verkäufer mit mehr als 20 aktiven ASINs empfiehlt sich der Einsatz von Automatisierungstools, die den Report-Download und die erste Kategorisierung übernehmen. Mehr zur datenbasierten Auswertung erklärt der Amaven-Leitfaden zum Amazon Marketplace Reporting.
Profi-Tipp: Legen Sie für jede Produktkategorie eine separate Tabelle an. So behalten Sie den Überblick, wenn Sie mehrere Produktlinien betreuen, und können Muster im Suchverhalten schneller erkennen.
Wichtige Erkenntnisse
Erfolgreiche Keyword Recherche auf Amazon erfordert echte Kaufdaten, konsequentes Negativ-Keyword-Management und einen wöchentlichen Optimierungsrhythmus, der Relevanz über Suchvolumen stellt.
| Thema | Details |
|---|---|
| Conversion vor Volumen | Keywords mit hoher Conversion-Rate priorisieren, nicht solche mit dem größten Suchvolumen. |
| Search Term Report als Basis | Wöchentliche Auswertung echter Kaufdaten ist die wichtigste Maßnahme für profitable Kampagnen. |
| Long-Tail-Keywords bevorzugen | Spezifische Suchbegriffe liefern niedrigere Klickpreise und bessere Conversion-Raten. |
| Negative Keywords konsequent nutzen | Suchbegriffe mit mehr als 20 Klicks ohne Conversion sofort als Negative Exact Match ausschließen. |
| Wöchentlicher Workflow | Ein fester 60-Minuten-Rhythmus hält Kampagnen profitabel und Listings aktuell. |
Unsere Einschätzung zur Keyword Recherche als Kernprozess
Wir arbeiten täglich mit Vendoren und Sellern, die ihr Amazon-Geschäft ausbauen wollen. Und wir sehen immer wieder dasselbe Muster: Verkäufer investieren viel Zeit in die Produktentwicklung, aber behandeln die Keyword Recherche als einmalige Aufgabe beim Listing-Launch. Das ist ein teurer Irrtum.
Keyword Recherche ist kein Projekt. Sie ist ein laufender Prozess, der Ihr gesamtes Amazon-Geschäft trägt. Wer den Search Term Report nicht regelmäßig auswertet, verliert Budget an Suchbegriffe, die nie konvertieren, und verpasst gleichzeitig die Keywords, die seinen Mitbewerbern gerade Marktanteile bringen.
Datenbasierte Entscheidungen schaffen hier einen echten Vorsprung. Nicht weil die Daten magisch sind, sondern weil die meisten Verkäufer sie schlicht nicht konsequent nutzen. Wer wöchentlich seinen ACoS analysiert, Gewinner isoliert und Budget-Fresser ausschließt, arbeitet effizienter als 80 % seiner Konkurrenz.
Unsere Empfehlung: Kombinieren Sie organische Keyword-Daten aus Brand Analytics mit den PPC-Ergebnissen aus dem Search Term Report. Beide Quellen zusammen geben Ihnen ein vollständiges Bild des Suchverhaltens Ihrer Kunden. Wer nur auf externe Tools setzt, sieht immer nur Schätzwerte. Wer die Amazon-eigenen Daten nutzt, sieht die Realität.
— Amaven
Amaven unterstützt Sie bei der Amazon-Produktoptimierung
Keyword Recherche ist der Grundstein, aber der Weg zum profitablen Amazon-Listing hat viele weitere Schritte.

Amaven begleitet Vendoren und Seller von der ersten Keyword-Analyse bis zur vollständigen Listing-Optimierung und PPC-Kampagnensteuerung. Unser Team, darunter erfahrene Ex-Amazon-Manager, übernimmt die wöchentliche Auswertung des Search Term Reports, die Keyword-Isolation und die Katalogoptimierung für bessere Sichtbarkeit. Für Vendoren bieten wir darüber hinaus vollständiges Vendor Central Management an. Und wer wissen möchte, wo sein Amazon-Auftritt heute steht, kann mit einer kostenlosen Markenanalyse starten.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Amazon SEO und Google SEO?
Amazon bewertet Keywords nach Conversion-Performance und Verkaufsgeschwindigkeit, nicht nach Backlinks oder Seitenstruktur. Ein Keyword ohne Verkäufe verliert auf Amazon schnell an Sichtbarkeit, unabhängig vom Suchvolumen.
Wie oft sollte ich meinen Search Term Report auswerten?
Wöchentliche Auswertung ist der empfohlene Rhythmus. Sie eliminiert Budget-Fresser und identifiziert profitable Long-Tail-Keywords, bevor Kampagnen zu viel Geld verbrennen.
Was sind Negative Exact Match Keywords?
Negative Exact Match Keywords schließen bestimmte Suchbegriffe exakt aus Ihren PPC-Kampagnen aus. Suchbegriffe mit mehr als 20 Klicks und keiner Conversion sind typische Kandidaten für diesen Ausschluss.
Lohnt sich Amazon Brand Analytics für kleinere Seller?
Brand Analytics steht nur markenregistrierten Verkäufern zur Verfügung. Für diese Gruppe ist es eine der wertvollsten Datenquellen, weil sie reale Suchfrequenz-Ränge und Klickverhalten auf Marktplatzebene zeigt.
Was ist Keyword-Isolation und warum ist sie wichtig?
Keyword-Isolation bedeutet, profitable Suchbegriffe aus automatischen Kampagnen in eigene manuelle Kampagnen mit Exact Match zu übernehmen. Das gibt Ihnen volle Kontrolle über Gebot und Sichtbarkeit für Ihre besten Keywords.
